Ehrliche Umzugstipps
Alles, was wir in der Praxis gelernt haben — einschließlich der Ratschläge, die uns Aufträge kosten. Wir halten das für den besseren Weg: Wer heute selbst umzieht, ruft uns in fünf Jahren an, wenn es um das ganze Haus geht.
Zuerst das Wichtigste
Wann Sie uns nicht brauchen
Ein Umzugsunternehmen lohnt sich nicht immer. In diesen vier Fällen raten wir ab — und meinen es ernst.
Sie ziehen aus einem WG-Zimmer aus
Ein Zimmer passt in einen Mietwagen für 60 € plus Sprit. Rufen Sie zwei Freunde an, kaufen Sie Pizza — das ist zusammen günstiger als unser Mindestpreis und ehrlich gesagt auch schneller organisiert.
Sie haben unter 8 Kubikmeter
Unter etwa acht Kubikmetern lohnt sich ein Umzugsunternehmen rechnerisch nicht. Wir müssten trotzdem einen Transporter und ein Team einen halben Tag binden, und das schlägt sich im Mindestpreis nieder. Ein Transporterverleih ist hier fast immer die bessere Wahl.
Sie ziehen innerhalb desselben Hauses um
Kein Transport, keine Fahrt — dafür brauchen Sie keine Umzugsfirma, sondern zwei kräftige Helfer für ein paar Stunden. Wenn ein einzelnes schweres Stück das Problem ist (Klavier, Tresor, Aquarium), rufen Sie uns trotzdem an: Solche Einzeltransporte machen wir gern.
Ihr Vermieter zahlt und Sie haben freie Wahl
Holen Sie trotzdem drei Angebote ein und lesen Sie sie nebeneinander. Es ist Ihr Umzug, auch wenn jemand anders die Rechnung bezahlt — und der billigste Anbieter ist der, mit dem Sie den Tag verbringen.
So senken Sie die Kosten
Fünf Hebel, die im Schnitt mehrere hundert Euro ausmachen — sortiert nach Wirkung.
- 1
Ziehen Sie nicht zum Monatsende um
Der 30., 31. und 1. sind die teuersten Tage des Monats — bei jedem Anbieter, auch bei uns. Wer den Termin auf Mitte des Monats legt, bekommt leichter einen Platz und meist auch das erfahrenere Team, weil an diesen Tagen niemand unter Zeitdruck steht.
- 2
Werfen Sie weg, bevor Sie packen
Der teuerste Karton ist der, den Sie nicht gebraucht hätten. Bei 40 € netto je Kubikmeter kostet ein alter Kleiderschrank, der am neuen Ort ohnehin auf den Sperrmüll geht, rund 60 € an Transport. Die Faustregel: Was Sie zwei Jahre nicht angefasst haben, brauchen Sie auch am neuen Ort nicht.
- 3
Packen Sie selbst, tragen Sie nicht selbst
Kartons packen kann jeder — dafür brauchen Sie uns nicht, und es spart einen dreistelligen Betrag. Beim Tragen ist es umgekehrt: Ein Klavier oder ein Schrank über drei Etagen ist der Punkt, an dem Laien sich verletzen und Treppenhäuser beschädigt werden.
- 4
Beantragen Sie das Halteverbot
Die Gebühr liegt bei etwa 90 €. Steht der Transporter aber 80 Meter entfernt, wird jede einzelne Kiste diesen Weg getragen — bei 60 Kartons sind das rund zehn Kilometer Fußweg für das Team. Das kostet immer mehr als die Gebühr.
- 5
Umzugskosten von der Steuer absetzen
Ist der Umzug beruflich veranlasst, sind die Kosten in voller Höhe Werbungskosten. Privat absetzbar sind immerhin 20 % der Arbeitskosten als haushaltsnahe Dienstleistung, bis zu 4.000 € im Jahr. Voraussetzung in beiden Fällen: eine ordentliche Rechnung und Zahlung per Überweisung — Barzahlung erkennt das Finanzamt nicht an.
Checkliste: Was wann zu tun ist
Der häufigste Fehler ist nicht schlechtes Packen, sondern zu spätes Anfangen. Diese Liste hält die Reihenfolge fest.
3 Monate vorher
- Mietvertrag prüfen: Welche Kündigungsfrist gilt wirklich? Meist drei Monate zum Monatsende.
- Schriftlich kündigen. Eine E-Mail genügt nicht — es braucht Unterschrift und Zustellnachweis.
- Wenn das Jobcenter oder das Sozialamt zahlt: jetzt den Antrag stellen, nicht später.
8 Wochen vorher
- Angebote einholen und vergleichen. Achten Sie darauf, ob Verpackungsmaterial und Halteverbot enthalten sind — sonst vergleichen Sie Äpfel mit Birnen.
- Umzugstermin festlegen. Mitte des Monats ist deutlich leichter zu bekommen als der Monatswechsel.
- Urlaub für den Umzugstag und den Tag danach beantragen.
4 Wochen vorher
- Ausmisten. Jeder Kubikmeter, den Sie nicht mitnehmen, spart bares Geld — bei uns rund 40 € netto je m³.
- Sperrmüll anmelden. In Bremen dauert das je nach Jahreszeit zwei bis vier Wochen.
- Strom, Gas, Internet und Versicherungen ummelden. Beim Internet ist das die kritischste Frist überhaupt.
- Nachsendeauftrag bei der Post einrichten.
2 Wochen vorher
- Halteverbotszone beantragen — an beiden Adressen. Wir übernehmen das auf Wunsch.
- Mit dem Packen beginnen: Keller, Dachboden, Bücher, Winterkleidung. Alles, was Sie bis zum Umzug nicht brauchen.
- Kartons beschriften — mit Raum und Inhalt, nicht nur mit „Küche“.
Die letzte Woche
- Kühlschrank leeren und 24 Stunden vorher abtauen. Ein nicht abgetauter Kühlschrank verliert im Transporter Wasser über alles darunter.
- Waschmaschine: Transportsicherung einsetzen. Ohne sie kann die Trommel brechen — das ist kein Transportschaden, sondern ein Bedienfehler und wird nicht ersetzt.
- Eine Kiste „erste Nacht“ packen: Bettzeug, Handtücher, Zahnbürsten, Ladekabel, Kaffee, Werkzeug, Toilettenpapier.
Am Umzugstag
- Wohnungsübergabe mit Protokoll und Zählerständen — schriftlich, mit Fotos.
- Wertsachen, Papiere und Schmuck nehmen Sie selbst mit. Wir transportieren sie nicht.
- Kein Trinkgeld nötig. Wer trotzdem etwas geben möchte: Getränke und eine warme Mahlzeit werden mehr geschätzt als Geld.
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